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Petra Reiseführer: Ein Abenteuer durch Siq, Schatzhaus und Kloster
Leitfaden

Petra Reiseführer: Ein Abenteuer durch Siq, Schatzhaus und Kloster

Tief im Süden Jordaniens, direkt neben dem Ort Wadi Musa, verbirgt sich Petra – eine in rötlichen Sandstein gemeißelte Stadt, die als Hauptstadt der Nabatäer ein architektonisches Erbe von über zweitausend Jahren bewahrt. Heute ist die UNESCO-Welterbestätte ein streng organisiertes Areal mit festen Eintrittspreisen, Besuchszeiten und Wanderwegen, die je nach Schwierigkeitsgrad eingeteilt sind. Wer Petra wirklich erleben möchte, sollte seinen Besuch daher sorgfältig planen. Dieser Guide bietet Ihnen alle essenziellen Informationen zu Eintrittspreisen, den verschiedenen Jordan Pass-Optionen, den Öffnungszeiten sowie detaillierte Routenbeschreibungen für den Al-Siq, das Kloster (Aldayr), den Al-Khubtha-Trail und das magische Erlebnis „Petra by Night“.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Kategorie Information
Lage Südjordanien, bei Wadi Musa
Geografie Zwischen dem Toten Meer und dem Golf von Akaba
Status UNESCO-Welterbe, eines der Neuen Sieben Weltwunder
Gründung Nabatäer, ca. 4. Jahrhundert v. Chr.
Römische Ära Integration in das Römische Reich im Jahr 106 n. Chr.
Wiederentdeckung 1812 durch Johann Ludwig Burckhardt
Öffnungszeiten Sommer: 06:00–18:00 Uhr, Winter: 06:00–16:00 Uhr
Hauptroute 3,9 km, Dauer: 1 Std. 30 Min. bis 1 Std. 45 Min., leicht
Eintrittspreis 50 JOD für 1 Tag (für Besucher, die in Jordanien übernachten)
Zahlungsmittel Jordanische Dinar (Bargeld) und Visa-Karten

Wo liegt Petra und was macht sie so besonders?

Petra liegt strategisch günstig zwischen dem Toten Meer und dem Golf von Akaba, genau dort, wo einst die antiken Weihrauch- und Gewürzstraßen aufeinandertrafen. Was Petra für die UNESCO so einzigartig macht, sind nicht nur die spektakulären Fassaden von Tempeln und Gräbern, die direkt in den Fels gehauen wurden, sondern vor allem das hochentwickelte System zur Wasserleitung und -speicherung. Nur dank dieser Ingenieurskunst konnte eine dauerhafte Hauptstadt inmitten der Wüste existieren.

Von der nabatäischen Hauptstadt zur römischen Provinz

Die Nabatäer, ursprünglich ein nomadischer arabischer Stamm, siedelten sich im 4. Jahrhundert v. Chr. in der Region an und schufen ihre Stadt in den steilen Wänden des Wadi Musa. Im Jahr 106 n. Chr. ging das Königreich an Rom über, und Petra wurde zum Zentrum der Provinz Arabia Petraea. In dieser Zeit kamen prächtige Monumente, Tempel und eine kolonnadierte Straße hinzu. Später, in der byzantinischen Ära, wurden Kirchen errichtet, bevor die Stadt aufgrund sich verschiebender Handelsrouten und verheerender Erdbeben allmählich verlassen wurde.

Die Wiederentdeckung durch Burckhardt 1812

Über Jahrhunderte hinweg war die Lage Petras nur den Beduinen bekannt. Erst 1812 gelang es dem Schweizer Entdecker Johann Ludwig Burckhardt, die Ruinen zu erreichen und die westliche Welt über diesen Schatz zu informieren. Wer die historischen Schichten der Stadt tiefgreifend erkunden möchte, findet unter Kulturtouren durch die Antike Stadt Petra passende Angebote.

Anreise: So gelangen Sie nach Petra

Da es keine Direktverbindungen aus Deutschland nach Petra gibt, führt der Weg in der Regel über die Hauptstadt Amman.

  1. Flug zum Queen Alia International Airport in Amman.
  2. Fahrt Richtung Süden über den Desert Highway nach Wadi Musa: ca. 210–235 km, Fahrzeit etwa 3 Stunden.
  3. Übernachtung in Wadi Musa: Da das Besucherzentrum direkt im Ort liegt, können Sie so pünktlich zur Öffnung des Parks starten.
  4. Ticketkauf am Schalter des Besucherzentrums (Reisepass bereithalten) oder Vorlage des Jordan Pass.
  5. Eintritt zur Hauptroute über den Abschnitt Bab as-Siq, vorbei an den Djinn-Blöcken in Richtung Al-Siq.

Für Reisende, die eine komplett organisierte Anreise bevorzugen, bieten Kulturtour mit Tagesrückkehr zur Antiken Stadt Petra eine komfortable Lösung.

Eintrittspreise, Jordan Pass und Ticket-Regeln

Das Ticketsystem unterscheidet zwischen Besuchern, die in Jordanien übernachten, und Tagesgästen. Alle Preise sind in Jordanischen Dinaren (JOD) angegeben.

Ticket / Leistung Preis (JOD)
Eintritt 1 Tag 50
Eintritt 2 Tage 55
Eintritt 3 Tage 60
Tagesgäste (keine Übernachtung in Jordanien), 1 Tag 90
Staatsbürger arabischer Länder 30
Einwohner Jordaniens 10
Jordanische Staatsbürger 1
Guide: Hauptroute 50
Guide: Hauptroute & Kloster 100
Guide: Hauptroute & High Place of Sacrifice 100
Club-Car: Besucherzentrum $\rightarrow$ Schatzhaus (4 km) 15
Club-Car: Besucherzentrum $\rightarrow$ Schatzhaus hin & zurück (8 km) 25
Club-Car: Petra-Theater $\rightarrow$ Qasr al-Bint (1 km) 10
Club-Car: Petra-Theater $\rightarrow$ Qasr al-Bint hin & zurück (2 km) 15
Aussichtspunkte gegenüber dem Schatzhaus 15
4x4 Transfer: Nabataean Culture Village $\rightarrow$ Kloster-Pfad (einfach) 5
Petra by Night Show 30

Lohnt sich der Jordan Pass?

Der Jordan Pass ist eine Kombi-Karte, die den Eintritt zu über 40 Sehenswürdigkeiten und Museen in Jordanien abdeckt: - Jordan Wanderer (70 JOD): 1 Tag Petra. - Jordan Explorer (75 JOD): 2 aufeinanderfolgende Tage Petra. - Jordan Expert (80 JOD): 3 aufeinanderfolgende Tage Petra.

Der größte Vorteil: Der Pass beinhaltet die touristische Visumgebühr. Voraussetzung ist der Kauf vor der Einreise und ein Aufenthalt von mindestens zwei Nächten im Land. Da der Einzeleintritt nach Petra bereits 50 JOD kostet, lohnt sich der Pass fast immer, besonders wenn Sie auch Jerash oder das Wadi Rum besuchen.

Wichtige Hinweise zum Ticketkauf

  • Ein gültiger Reisepass muss am Schalter vorgezeigt werden.
  • Kinder unter 12 Jahren haben tagsüber freien Eintritt.
  • Zwei- und Drei-Tages-Tickets müssen an aufeinanderfolgenden Tagen genutzt werden.
  • Zahlung ist in JOD (Bar) oder per Visa-Karte möglich.
  • Das Besucherzentrum bietet gegen eine Gebühr von 5 JOD die Möglichkeit, Tickets der 50 JOD und 30 JOD Kategorien um einen Tag zu verlängern.
  • Die 4x4 Transfers zum Kloster-Pfad verkehren zwischen 07:30 und 15:00 Uhr.
  • Jordan Pass Inhaber müssen ihr Ticket am Schalter vorzeigen, wenn sie die „Backdoor“-Route nutzen.

Al-Siq: Der spektakuläre Weg durch den Fels

Der Al-Siq ist die natürliche Schlucht, die nach dem Abschnitt Bab as-Siq beginnt und direkt zum Schatzhaus führt. Er ist etwa 1,2 Kilometer lang. Entgegen der weitläufigen Meinung ist der Siq kein Flusskanyon, sondern eine tektonische Spalte, die durch die Verschiebung von Gesteinsschichten entstand. An einigen Stellen verengt sich der Pfad auf wenige Meter, während die massiven Felswände den Himmel fast vollständig verdecken.

Entlang der Wände sieht man die antiken Wasserkanäle der Nabatäer, teilweise in zweitausend Jahre alten Terrakotta-Rohren. Kurz vor dem Eingang findet man zudem ein altes Dammsystem, das die Stadt vor Sturzfluten schützen sollte. Tipp: Besuchen Sie den Siq in den frühen Morgenstunden – es ist kühler und deutlich ruhiger.

Das Schatzhaus und die Highlights der Hauptroute

Am Ende des Al-Siq öffnet sich der Blick auf das Al-Khazneh, das berühmte Schatzhaus. Es ist das Wahrzeichen Petras und der erste große Stopp auf dem Weg zum Qasr al-Bint. Die hellenistischen Fassaden ragen etwa 39 Meter in die Höhe und changieren je nach Sonnenstand zwischen tiefem Rot und Goldgelb. Das Innere ist nicht zugänglich; die Fassade wird vom Platz aus bewundert. Für das perfekte Foto ohne Menschenmassen empfiehlt sich ein Start direkt zur Parköffnung.

Route Länge & Dauer Schwierigkeit
Hauptroute (Main Trail) 3,9 km, 1 Std. 30 Min. bis 1 Std. 45 Min. Leicht
Al-Khubtha Trail 4 bis 5 Stunden Schwer
Aldayr (Kloster) Backdoor-Route 4 bis 5 Stunden Schwer

Djinn-Blöcke und das Theater

Schon bei Bab as-Siq begegnen Ihnen die Djinn-Blöcke – quadratische, in den Fels gehauene Monumente aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., die zu den frühesten monumentalen Gräbern der Stadt zählen. Nach dem Schatzhaus führt der Weg entlang der Straße der Fassaden zum Theater, das unter König Aretas IV. errichtet wurde. Mit 45 Sitzreihen bot es Platz für bis zu 4.000 Zuschauer.

Colonnaded Street und Qasr al-Bint

Die Colonnaded Street ist die prächtige, von zwei Säulenreihen gesäumte Hauptstraße aus römischer Zeit (2. Jh. n. Chr.). Sie bildete das kommerzielle Herz der Stadt. Am Ende der Straße steht der Qasr al-Bint Tempel, ein 23 Meter hohes Bauwerk, das zu den bedeutendsten frühen Tempelkomplexen Petras gehört.

Die Byzantinische Kirche

An einem Hang nördlich der Säulenstraße liegt die Byzantinische Kirche, ein Zeugnis der christlichen Ära Petras. Besonders beeindruckend sind die Mosaike aus dem 6. Jahrhundert, die etwa 70 Quadratmeter einnehmen und Alltagsszenen, mythologische Tiere sowie Personifikationen von Jahreszeiten und Ozeanen darstellen.

Wanderung zum Kloster (Aldayr)

Das Kloster Aldayr ist eines der massivsten Bauwerke Petras. Mit einer Breite von 47 Metern und einer Höhe von 48 Metern wurde es etwa in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. in den Berg geschlagen. Den Namen „Kloster“ erhielt es erst später durch byzantinische Kreuze, die in die Innenwände geritzt wurden.

Vom Ende der Hauptroute aus führt ein Pfad mit etwa 800 Stufen hinauf zum Kloster. Wer nicht zu Fuß gehen möchte, kann Esel nutzen. Alternativ gibt es die „Backdoor“-Route über Beidha, die etwa 4 bis 5 Stunden dauert und als schwierig eingestuft wird. Diese Route ist jedoch landschaftlich reizvoller, da sie durch landwirtschaftliche Flächen führt und spektakuläre Ausblicke auf das Wadi Araba bietet.

Al-Khubtha Trail: Der Blick von oben auf das Schatzhaus

Der Al-Khubtha Trail ist die Route für alle, die den berühmten Blick von oben auf das Schatzhaus suchen. Der Pfad beginnt auf der Höhe der Königsgräber, führt am Palastgrab vorbei und steigt über in den Fels gehauene Stufen zum Jabal al-Khubtha auf. Unterwegs überblickt man die Straße der Fassaden, das Theater und die Gruppe der Königsgräber (Urnen-, Seiden-, korinthisches und Palastgrab).

Die gesamte Runde vom Besucherzentrum aus dauert 4 bis 5 Stunden und ist anstrengend. Aufgrund der Steigung ist ein Start am frühen Morgen ratsam. Von oben sieht man das Schatzhaus, den Ausgang des Siq und den Platz in einem einzigen, atemberaubenden Panorama. Für geführte Aufstiege empfehlen wir die Antike Stadt Petra Stadtrundgang.

Besuchszeiten, beste Reisezeit und Petra by Night

Der Park ist im Sommer von 06:00 bis 18:00 Uhr und im Winter von 06:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Der Ticketverkauf endet etwa 45 Minuten vor Schließung. Das Klima in Jordanien ist extrem: heiße Sommer, kalte und regnerische Winter (in den Höhenlagen ist sogar Schnee möglich).

Saison Bedingungen Planungstipp
Frühling (März–Mai) Meist 20–30 Grad Ideal für lange Wanderungen
Sommer (Juni–August) Sehr heiß, wenig Schatten Früh einsteigen, Mittagspause im Schatten
Herbst (Sept–Nov) Meist 20–30 Grad Bestes Licht für Fotos und Aufstiege
Winter (Dez–Feb) Kalt, regnerisch, teils Schnee Früher Start, da der Park bereits um 16:00 Uhr schließt

Petra by Night

„Petra by Night“ ist ein magisches Erlebnis, bei dem der Al-Siq mit tausenden Kerzen beleuchtet wird. Die Veranstaltung findet von Sonntag bis Donnerstag zwischen 20:30 und 22:30 Uhr statt und dauert etwa zwei Stunden. Der Preis beträgt 30 JOD pro Person (Kinder unter 10 Jahren kostenlos). Da es sich um ein reines Wandererlebnis handelt, wird die Strecke zu Fuß zurückgelegt. Die Termine können saisonal variieren, daher sollte man diese offiziell prüfen.

Wichtig: Man benötigt für den Abend ein separates Ticket, da der Jordan Pass „Petra by Night“ nicht abdeckt. Zudem ist ein Tages-Ticket für den Park erforderlich. Club-Cars sind nachts extrem limitiert und fast ausschließlich für Senioren oder Menschen mit Behinderungen reserviert. Wer eine umfassende Erkundung plant, sollte die Antike Stadt Petra Rundgang durch die antike Stadt in Betracht ziehen.

Häufig gestellte Fragen 6

Wo beginnt und endet die Hauptroute in Petra?

Die Hauptroute führt vom Besucherzentrum bis zum Qasr al-Bint. Sie ist 3,9 Kilometer lang, leicht zu begehen und dauert etwa 1 Std. 30 Min. bis 1 Std. 45 Min. (ohne Pausen). Wenn man den Aufstieg zum Kloster (800 Stufen) oder den Al-Khubtha Trail (4–5 Std.) hinzufügt, wird der Besuch zu einem ganztägigen Erlebnis.

Wie hoch sind die Eintrittspreise für Petra?

Für Besucher, die in Jordanien übernachten: 1 Tag = 50 JOD, 2 Tage = 55 JOD, 3 Tage = 60 JOD. Für Tagesgäste ohne Übernachtung im Land kostet der Eintritt 90 JOD. Kinder unter 12 Jahren haben tagsüber freien Eintritt.

Ist der Eintritt nach Petra im Jordan Pass enthalten?

Ja. Je nach Variante (Jordan Wanderer, Explorer oder Expert) ist der Eintritt für 1, 2 oder 3 aufeinanderfolgende Tage enthalten. Zudem ist die touristische Visumgebühr abgedeckt, sofern der Pass vor der Einreise gekauft wurde und man mindestens zwei Nächte im Land bleibt. „Petra by Night“ ist nicht im Pass enthalten.

Wie anstrengend ist die Wanderung zum Kloster (Aldayr)?

Der Weg vom Ende der Hauptroute zum Kloster besteht aus etwa 800 Stufen und erfordert eine gewisse Kondition. Die alternative Backdoor-Route über Beidha dauert 4 bis 5 Stunden und gilt als schwierig. Wer nicht laufen möchte, kann Esel mieten oder für 5 JOD einen 4x4 Transfer zum Start des Pfades nutzen.

Wann findet „Petra by Night“ statt?

Das Programm wird von Sonntag bis Donnerstag von 20:30 bis 22:30 Uhr angeboten. Es dauert etwa zwei Stunden und kostet 30 JOD (Kinder unter 10 Jahren gratis). Ein gültiges Tages-Ticket für den Park ist Voraussetzung.

Was kosten die Club-Cars in Petra?

Die Fahrt vom Besucherzentrum zum Schatzhaus (4 km) kostet 15 JOD, hin und zurück (8 km) 25 JOD. Zwischen dem Petra-Theater und Qasr al-Bint (1 km) kostet die Fahrt 10 JOD, hin und zurück (2 km) 15 JOD. Die Fahrzeuge verkehren täglich von 07:00 bis 18:00 Uhr ohne Vorreservierung.