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Mersin Cennet Cehennem Obruklari und Kanlıdivane: Eine mystische Reise durch Natur und Geschichte in Silifke
Leitfaden

Mersin Cennet Cehennem Obruklari und Kanlıdivane: Eine mystische Reise durch Natur und Geschichte in Silifke

Die Cennet Cehennem Obruklari und Kanlıdivane sind außergewöhnliche Ziele an der Ostküste des Mittelmeers in der Nähe von Silifke, wo Geologie auf Mythologie und das Erbe des frühen Christentums trifft. Riesige, durch die Erosion von Kalkstein über Jahrtausende entstandene Erdfälle, eine historische Kirche am Boden der Schlucht, die Legende des hundertköpfigen Drachen und die nur wenige Kilometer entfernte Klippenstadt Kanlıdivane machen diese Region zu einem faszinierenden Entdeckungsfeld für Natur-, Glaubens- und Geschichtsinteressierte. In diesem Reiseführer erfahren Sie alles über die Entstehung der Obruklari, den Abstieg über 452 Stufen, die Meryem Ana Kirche, den Typhon-Mythos, die antike Stadt Kanlıdivane, die Anreise, die beste Reisezeit, lokale Köstlichkeiten und einen Routenvorschlag für einen perfekten Tag.

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Schnelle Fakten

Thema Information
Standort Mersin, Silifke (nahe Narlıkuyu, Küstenstraße Mersin-Antalya)
Highlights Karst-Obruklari, Kirche aus dem 5. Jh., Klippenstadt Kanlıdivane
Wichtigste Stopps Cennet Obruğu, Cehennem Obruğu, Kanlıdivane, Kızkalesi, Narlıkuyu
Dauer Halbtag; mit Umgebung ganztägig
Eintritt Archäologische Stätte, kostenpflichtig; Müze Kart gültig
Beste Reisezeit Frühling (April–Juni) und Herbst (September–Oktober)
Anreise Mietwagen oder Silifke-Minibusse; ca. 25 km von Silifke entfernt

Wo liegen die Cennet und Cehennem Obruklari und wie entstanden sie?

Die Cennet und Cehennem Obruklari befinden sich im Bezirk Silifke in Mersin, nördlich des Küstenortes Narlıkuyu. Sie liegen etwa 25 Kilometer von Silifke und rund 70 Kilometer vom Stadtzentrum von Mersin entfernt. Wenn Sie über die Küstenstraße Mersin-Antalya nach Narlıkuyu fahren, führen Sie die Hinweisschilder direkt zum Plateau der Obruklari. Die Region ist ein typisches Beispiel für die Kilikien-Geografie, in der das Meer und das Gebirge nah beieinander liegen; so lassen sich an einem Tag sowohl die Küste als auch die karstischen Formationen in der Nähe der Hochebenen erkunden.

Wer die Entstehungsgeschichte kennt, erlebt die Schönheit dieser Orte noch intensiver. Wer diese Naturwunder mit anderen Canyons oder Höhlen kombinieren möchte, sollte sich unsere Natur- und Abenteuertouren ansehen.

Was ist ein Obruk? Die Geschichte der Karst-Einstürze

Ein Obruk (Sinkhole) ist eine tiefe, trichterförmige Formation, die entsteht, wenn Grundwasser über lange Zeiträume Kalksteinschichten auflöst und so riesige Hohlräume schafft, deren Decke schließlich einstürzt. Die Cennet- und Cehennem-Schluchten sind genau solche karstischen Obruklari, die durch das Einstürzen von Höhlendecken entstanden sind. Dass diese beiden Formationen so nah beieinander liegen, aber völlig unterschiedliche Tiefen aufweisen, macht die Region zu einem beeindruckenden geologischen Freiluftlabor.

Cennet Obruğu und die Meryem Ana Kirche

Der Cennet Obruğu ist eine weite Senke mit einer Tiefe von etwa 70 Metern und einer Breite von 250 Metern. Sein Boden ist von üppiger Vegetation und wasserreichen Quellen bedeckt. Von oben betrachtet wirkt dieser grüne Schlund inmitten des warmen Mittelmeerklimas wie eine Oase, was ihm auch seinen Namen ("Himmel") verdankt. Im Inneren ist es deutlich kühler und feuchter als draußen – ein perfekter Rückzugsort an heißen Sommertagen.

452 Stufen oder die moderne Aufzug-Option

Um zum Boden des Obruğu zu gelangen, führt eine steile, aus Stein gehauene Treppe mit 452 Stufen hinab. Den Rest der Ruinen erreicht man etwa bei der 300. Stufe, während der Höhleneingang noch tiefer liegt. Je weiter man absteigt, desto feuchter wird die Luft und desto mystischer wirkt die Atmosphäre. Da der Abstieg körperlich fordernd sein kann, empfehlen wir festes Sportschuhwerk und ausreichend Wasser. Für ältere Besucher oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität gibt es in den letzten Jahren ein modernes Aufzugsystem installiert worden, das den Zugang zum Boden ohne Treppen ermöglicht. Die beste Zeit für einen Besuch ist der frühe Morgen oder der späte Nachmittag, wenn die Massen kleiner sind.

Meryem Ana Kirche und der unterirdische Bach

Direkt am Höhleneingang auf dem Boden des Obruğu steht die kleine Meryem Ana Kirche, die vermutlich im 5. Jahrhundert erbaut wurde. Dieses Bauwerk inmitten der feuchten Felsen ist ein mystischer Ort, der die Spuren des frühen Christentums in der Region bewahrt. Das Rauschen des unterirdischen Baches, der aus der Tiefe der Höhle kommt, verleiht dem Ort eine ganz besondere Stimmung. Wir empfehlen, die Stille zu bewahren, um den Geist des Ortes und die anderen Besucher zu respektieren. Für Fotografen ist es ratsam, auf die schwierigen Lichtverhältnisse vorbereitet zu sein.

Cehennem Obruğu und der Mythos von Typhon

Etwa 75 Meter nördlich des Cennet Obruğu liegt der Cehennem Obruğu, der mit einer Tiefe von über 100 Metern weitails steiler und imposanter wirkt. Da die Wände fast senkrecht abfallen, ist ein Abstieg zu Fuß unmöglich. Stattdessen wird der Cehennem Obruğu von einer modernen Glas-Aussichtsplattform aus betrachtet. Dieser Kontrast zwischen den beiden Obruklari bietet zwei völlig verschiedene Erlebnisse: die eine eine grüne, begehbare Welt, die andere ein schwindelerregender Abgrund.

Die Legende von Zeus und Typhon

Die mystische Aura der Region speist sich aus der antiken Mythologie. Der Legende nach kämpfte Zeus, der König der Götter, in diesen Landen gegen das hundertköpfige Ungeheuer Typhon. Zeus besiegte das Monster und sperrte es in die Tiefen des Cehennem Obruğu ein. Die Einheimischen erzählen sich bis heute, dass der heiße Atem des Ungeheuers noch immer aus der Tiefe aufsteigt. Diese Erzählung verleiht der geologischen Formation eine kulturelle Tiefe und macht den Besuch für Geschichtsliebhaber noch spannender.

Die Aussichtsplattform aus Glas

Die Glasplattform am Rand des Cehennem Obruğu ermöglicht es Besuchern, die steile Struktur des Abgrunds sicher von oben zu betrachten. Der Blick durch den Glasboden direkt in die Tiefe ist ein intensives Erlebnis, das den Höhenrausch fast spürbar macht. Wer unter Höhenangst leidet, sollte es langsam angehen und sich an den Geländern festhalten. Die Fotos, die man von dieser Plattform aus machen kann, sind die besten, um die gewaltigen Ausmaße des Obruğu festzuhalten.

Die antike Stadt Kanlıdivane (Kanytelleis)

Etwa 10 Kilometer von den Obruklari entfernt, in der Nähe von Erdemli, liegt Kanlıdivane (Kanytelleis). Diese antike Stadt der Kilikien wurde rund um einen gewaltigen, kreisförmigen Obruğu mit einer Tiefe von etwa 60 Metern errichtet. Nach dem Besuch der natürlichen Wunder der Obruklari zeigt Kanlıdivane eindrucksvoll, wie sich die Menschen in der Antike an diese geologischen Gegebenheiten anpassten. Wer diese historische Schicht professionell begleitet erleben möchte, kann unsere Kulturtouren buchen.

Eine heilige Stadt am Abgrund

Um diesen großen, in der Antike als heilig geltenden Obruğu herum befinden sich Tempel, Wachtürme, Basiliken aus der byzantinischen Zeit und in den Fels gehauene Reliefs. Eines der beeindruckendsten Merkmale sind die Soldatenreliefs an den Wänden des Abgrunds. Bei einem Spaziergang durch die Ruinen kann man sowohl religiöse als auch zivile Architektur entdecken. Da das Gelände weitläufig und steiniger ist, sollten Sie die Besichtigung in Ruhe und mit gutem Schuhwerk angehen.

Der Ursprung des Namens Kanlıdivane

Der heutige Name der Stadt geht auf eine düstere Volkssage zurück. Es heißt, dass in der Antike Verbrecher in diesen riesigen Abgrund geworfen wurden, wo sie den wilden Tieren überlassen wurden. Der Name "Kanlıdivane" (Blutiger Abgrund) soll aus dieser grausamen Praxis entstanden sein. Auch wenn dies kein historischer Beleg ist, verleiht es der Atmosphäre der Stadt eine faszinierende, wenn auch schaurige Note.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung: Kızkalesi, Narlıkuyu und Astım Mağarası

Die Route über die Cennet Cehennem Obruklari und Kanlıdivane lässt sich hervorragend mit weiteren Zielen in der Umgebung kombinieren.

  • Kızkalesi (Korykos): Nur wenige Kilometer östlich der Obruklari steht diese ikonische Inselburg mitten im Meer, ergänzt durch die Festung Korykos am Festland.
  • Narlıkuyu: Dieser kleine Küstenort mit seiner antiken Hafenvergangenheit und seinen Mosaiken ist ideal für eine Pause; am Strand reihen sich zahlreiche Fischrestaurants aneinander.
  • Astım Mağarası: Diese natürliche Höhle in der Nähe von Narlıkuyu ist bekannt für ihre feuchte, kühle Luft und ist eine perfekte Ergänzung zur Obruklari-Tour.

Wer antike Städte und Festungen in einem Programm erleben möchte, sollte sich unsere historischen Stadttouren ansehen.

Anreise zu den Cennet Cehennem Obruklari

Der praktischste Weg zu den Obruklari ist das eigene Auto. Wer aus Richtung Mersin oder Antalya kommt, folgt der Küstenstraße Mersin-Antalya bis nach Narlıkuyu und folgt dann den Schildern Richtung Cennet-Cehennem auf das Plateau. Von Mersin aus dauert die Fahrt etwa eine Stunde. Da Silifke nur etwa 25 km entfernt ist, können Besucher, die in Silifke übernachten, die Stätten schnell erreichen.

Wer öffentliche Verkehrsmittel bevorzugt, kann die Minibusse (Dolmuş) von Silifke in Richtung Narlıkuyu nutzen. Da die Fahrpläne variieren können, empfiehlt es sich, die Rückreise vorab zu planen. Wer mit dem Fernbus anreist, sollte die Route über Silifke oder Erdemli wählen. Da Kanlıdivane etwa 10 km von den Obruklari entfernt liegt, lassen sich beide Ziele gut mit einem Mietwagen verbinden. Um Ihre Reise optimal zu planen, können Sie in der Kategorie Touren auf Travel Tour Shop passende Angebote vergleichen.

Beste Reisezeit und praktische Tipps

Die ideale Zeit für einen Besuch der Cennet Cehennem Obruklari und Kanlıdivane ist das Frühjahr und der Herbst, wenn die Temperaturen angenehm mild sind. Zwischen April und Juni sowie September und Oktober ist es ideal, um sowohl die 452 Stufen zu steigen als auch die antike Stadt ohne extreme Hitze zu erkunden. Im Sommer kann es sehr heiß werden, weshalb ein Besuch am frühen Morgen oder am späten Nachmittag ratsam ist. Im Winter können die Stufen aufgrund von Regen rutschig sein.

Ein paar Tipps für Ihren Besuch: Nehmen Sie ausreichend Wasser mit, tragen Sie Schuhe mit gutem Profil und schützen Sie sich im Sommer vor der Sonne. Der Eintritt zu den archäologischen Stätten ist kostenpflichtig; der Museumspass (Müze Kart) wird akzeptiert. Da es am Boden der Obruklari und in der antiken Stadt nur wenig Schatten gibt, sind Hut und Sonnenbrille sehr empfehlenswert.

Kulinarische Highlights in Mersin: Regionale Köstlichkeiten

Ein Besuch in dieser Region ist nicht komplett ohne die lokale Küche. Das berühmteste Gericht der Stadt ist die Mersin Tantuni – fein geschnittenes, gewürztes Rindfleisch, das auf einer Metallplatte gebraten und in Lavash serviert wird. Als Süßspeise sind Cezerye (aus Karotten hergestellt) und Kerebiç (ein Gebäck mit Walnüssen) sehr beliebt. Auch Hummus, der hier oft warm serviert wird, ist eine regionale Spezialität.

Für Meeresfrüchte sind die Restaurants am Strand von Narlıkuyu die erste Wahl; hier können Sie frischen Fisch der Saison genießen. Ein idealer Tag sieht so aus: Mittagessen in Narlıkuyu am Meer und Abendessen in der Nähe von Silifke oder Kızkalesi.

Unterkunft und Routenvorschlag für einen Tag

Für eine entspannte Reise empfiehlt es sich, in Silifke, Narlıkuyu oder Kızkalesi zu übernachten. Kızkalesi ist im Sommer aufgrund der Nähe zum Strand sehr belebt und bietet alles von Pensionen bis zu Hotels. Silifke hingegen ist aufgrund seiner zentralen Lage zu den antiken Städten und Obruklari ein praktischer Ausgangspunkt.

Ein Routenvorschlag für einen Tag: Starten Sie früh am Morgen im Cennet Obruğu und besuchen Sie die Meryem Ana Kirche. Danach genießen Sie die Aussicht von der Glasplattform des Cehennem Obruğu. Fahren Sie gegen Mittag nach Kanlıdivane, um die Ruinen am Abgrund zu erkunden. Nach einem Fischlunch in Narlıkuyu können Sie am Nachmittag Kızkalesi entdecken und den Tag mit einem Sonnenuntergang am Meer ausklingen lassen. Wer es langsamer angehen möchte, kann diesen Plan auf zwei Tage verteilen.

Häufig gestellte Fragen 6

Ist der Eintritt zu den Cennet Cehennem Obruklari und Kanlıdivane kostenpflichtig?

Ja. Da beide Gebiete als archäologische Stätten dem Kultur- und Tourismusministerium unterstehen, ist der Eintritt kostenpflichtig und der Museumspass (Müze Kart) ist gültig. Mit dem Pass können Sie die Obruklari, die Aussichtsplattform, den Aufzug und die antike Stadt Kanlıdivane besuchen. Wenn Sie keinen Museumspass haben, prüfen Sie bitte vorab die aktuellen Eintrittspreise.

Was ist die Legende hinter Cennet und Cehennem?

Der Legende nach kämpfte Zeus gegen das hundertköpfige Ungeheuer Typhon in dieser Region und sperrte es in den Cehennem Obruğu ein. Der Cennet Obruğu verdankt seinen Namen seiner grünen, friedlichen Erscheinung und der historischen Kirche am Boden. Diese Geschichten sind Teil des kulturellen Erbes der Region.

Wo genau liegen die Cennet Cehennem Obruklari?

Die Obruklari liegen im Bezirk Silifke in Mersin, nördlich von Narlıkuyu. Sie sind etwa 25 km von Silifke und 70 km vom Stadtzentrum von Mersin entfernt erreichbar, über die Küstenstraße Mersin-Antalya.

Ist der Abstieg in den Cennet Obruğu schwierig?

Der Abstieg über die 452 steilen Stufen ist körperlich anstrengend. Daher sollten feste Sportschuhe getragen und ausreichend Wasser mitgenommen werden. Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität bietet das moderne Aufzugsystem eine komfortable Alternative.

Wie komme ich von Mersin aus zu den Obruklari?

Mit dem Auto erreichen Sie die Stätten in etwa einer Stunde über die Küstenstraße Mersin-Antalya und die Abzweigung nach Narlıkuyu. Alternativ können Sie die Minibusse von Silifke nutzen; es wird empfohlen, die Rückfahrzeiten vorab zu prüfen.

Welche Spezialitäten sollte man in Mersin probieren?

Die berühmteste Spezialität ist die Mersin Tantuni. Zudem können Sie Cezerye, Kerebiç-Süßspeisen und warmen Hummus probieren. In Narlıkuyu am Strand finden Sie zudem eine große Auswahl an frischem Fisch.